Meine liebsten Serien | Part zwei

Meine_liebsten_Serien
Im letzten Post habe ich euch von meinen Anfängen in Sachen Serien erzählt, heute geht es ein bisschen um die Serien, die ich so gesehen habe. Generell würde ich einfach bei allen Serien (auch denen aus dem letzten Post) empfehlen, sie in Originalsprache zu schauen, da meiner Meinung nach, die Synchronstimmen teilweise ganz andere Stimmlagen haben und auch andere Betonungen etc. Natürlich gehen da sonst auch Wortspiele verloren und ich finde einfach die Schauspieler sind einfach mehr in der Rolle als die Synchronsprecher. Auch deswegen schaue ich kaum noch richtig fern, sondern eher DVDs aus der Bibliothek oder von Freunden. So bin ich zum Beispiel an Mad Men gelangt – und natürlich gefällt es mir vom Stil her fantastisch, aber es ist einfach nicht meins und so habe ich nach drei Staffeln aufgehört. Ähnlich war es mit 2 Broke Girls – irgendwann war es einfach nicht mehr meins. Und wenn mir dann so eine Comedy-Serie gefällt, wird sie abgesetzt. Suburgatory zum Beispiel – es war mal eine etwas andere Comedy-Serie, ein junges Mädchen wird von ihrem Vater von New York in die Vorstadt geschleppt – und es ist wirklich teilweise sehr schön zynisch. Heute habe ich aber (wie mir gerade auffällt) keine amerikanisch-zynischen, sondern britische Serien – vom 19.Jahrhundert über 1910-1920 bis heute.

Sherlock
Im heutigen London lebt der exzentrische Privatdetektiv Sherlock und ermittelt in verworrenen Fällen. Gemeinsam mit Dr. Watson, dem ehemaligen Militärarzt lebt er in der Baker Street 221b bei Mrs. Hudson. Zu Beginn unterstützen die beiden New Scotland Yard, werden durch Watsons Blog aber bekannter und so auch von Privatpersonen um Hilfe gebeten. Auch wenn ich die Bücher leider noch nicht gelesen habe, ich liebe die Serie einfach.
Die Folgen haben ja eigentlich Spielfilm-Länge und dennoch ist es eine Serie, die fesselnd und spannend ist und bleibt – besonders wenn man bedenkt, dass Film-Reihen mit mehr als drei, vier Filmen häufig schlechter werden. Meine Lieblingsfolge ist übrigens die dritte der zweiten Staffel, sicher unter anderem deshalb, weil Moriarty so eine zentrale Rolle spielt. Nun, ich habe eine Schwäche für exzentrische, charismatische, manische – vielleicht sogar psychopathisch angehauchte Charaktere. Während ich diese Attribute an realen Person, die ich im Alltag sehe, weniger schätze, scheine ich in Film und Fernsehen schnell von ihnen eingenommen zu sein. Aber ich liebe eben auch einfach die Stimme (bzw. wie er spricht) und den irischen Akzent von Andrew Scott. Die schauspielerische Leistung ist allerdings auch insgesamt großartig. Auch wenn ich jetzt nicht wirklich eine Benedict-Cumberbatch-Fangirl bin, muss ich schon sagen, dass ich es bewundere, wenn er als Sherlock so schnell redet und deduziert. Ich mag auch diese intelligenten Dialoge und den Sarkasmus, der sich durch die Serie zieht, die Sätze sind schon wieder so eine Wortkunst für sich und das britische Englisch unterstreicht das natürlich. Auch wenn ich mit Martin Freeman inzwischen Hobbit-Assoziationen habe, mag ich ihn auch sehr als Watson und dessen Reaktion auch Sherlocks – ich sage mal soziale Schwierigkeiten. Mrs Hudson, bei der sie ja leben, ist einfach liebenswürdig und ich finde die weiblichen Charaktere generell gut dargestellt und interessant. Die einzige Person, die ich wirklich nicht mag, ist Sally Donovan, die Ermittlerin an der Seite von Lestrade (den mag ich allerdings schon). Ich finde es gut, dass auch die Nebencharaktere, auch die, die nur in einer Folge vorkommen, ziemlich ausgearbeitet sind und man auch diese quasi kennt. Einer der Hauptaspekte sind natürlich die Fälle, die sehr komplex und interessant – aber nicht so der täglich Krimi-Plot sind, was natürlich auch an der Veränderung und Beibehaltung von Doyles Geschichten und deren Details liegt. Es gibt recht viele Verflechtungen von Privatleben und den Fällen an sich, was ich bei Krimis meistens gut finde, da es dadurch einfach persönlicher wird. Dabei mag ich auch die Einbindung von SMS, Mails und Zeitung, diese Einbindung von Text und Technik finde ich wirklich gelungen, ebenso wie die Kameraführung, die Schnitte und Musik, die mir gut gefallen. Die neuen Twists, die man den Sherlock-Holmes-Geschichten verpasst hat, sind eben sehr durchdacht und eindrucksvoll gestaltet. Mir sagt es auch zu, dass eigentlich alle permanent im Anzug unterwegs sind, Moriarty trägt ja soweit ich weiß Westwood. Als ich im März in London war, habe ich dort natürlich auch diese Plätze besucht und finde die Serie jetzt, wo ich London zumindest ein bisschen selber kenne, fast noch besser.
Sherlock Holmes ins moderne London (mit der Technik des 21. Jh) zu ziehen, finde ich nur allzu interessant und gut umgesetzt mit interessanten Änderungen.

Downton Abbey
Die Serie beginnt Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts (ich glaube ein, zwei Jahre vor Anfang des ersten Weltkriegs) und befasst sich mit dem Alltag von Lord und Lady Grantham, sowie deren Töchter, und Bediensteten. Aufgrund des Erbrechts und eines Todesfalls, muss man sich zu Beginn mit einem Cousin 3.Grades einigen, um Downton behalten zu können.
Die Zeit an sich ist nicht ganz meine Ära, aber ich finde sie natürlich trotzdem wirklich spannend. Im Bezug auf die äußeren Umstände ist die Serie auch sehr genau und einfach auch gut gemacht – soweit ich weiß, werden auch sehr viele Original-Gegenstände aus der Zeit (z.B. das Auto, welches mir wirklich gut gefällt) verwendet. Ich mag ja auch das Haus selbst sehr gerne, es sieht einfach schön aus. Ebenso gefallen mir Kostüme und Frisuren, wie gesagt, auch wenn ich nicht so meine Zeit ist, finde ich es klasse gemacht und auch inspirierend. Das Englisch ist ob der Zeit, in der es spielt ja auch etwas anders, aber, hach, ich liebe es einfach. Die Serie hat sehr ausgearbeitete Haupt- sowie Nebencharaktere, aber dennoch steht die Handlung im Vordergrund. Die ist natürlich mit viel Drama gespickt, weswegen ich die Serie auch nicht ständig schauen könnte – ich finde allerdings auch, dass es eher eine Winterserie ist. Diesen Winter habe ich ja auch die ganzen Staffeln, die bereits auf DVD erschienen sind, innerhalb recht kurzer Zeit angeschaut und bin gespannt auf die nächste, auch wenn mich ein paar Handlungsstränge nerven bzw. mir manche Ereignisse in den vorangegangen Staffeln nicht so gefallen haben, aber das gehört eben dazu. Auch dazu gehört das Intro und ich finde es so großartig gestaltet, ich liebe so etwas einfach und ich finde es zeigt auch schon die Liebe zu Details innerhalb der Serie. Ich habe mich natürlich auch über Hugh Bonneville gefreut, weil ich ihn einfach wirklich gerne mag – vielleicht liegt es daran, aber ich finde auch seine Rolle, Lord Grantham sehr sympathisch. Bei vielen Charakteren bin ich aber sehr geteilt im Bezug darauf, ob ich sie mag oder nicht – das gilt zum Beispiel für viele Hausmädchen, Mary und Cora. Thomas hingegen halte ich für einfach nur missverstanden und er tut mir eigentlich leid. Bei den Hausangestellten mag ich Mrs Hughes und Mr Carson sehr gerne, aber auch Daisy, das Küchenmädchen (obwohl ich ihre Entscheidung Ende der vierten Staffeln nicht verstehe), ist mir sehr ans Herz gewachsen, ebenso wie Gwen. Generell mag ich die Teile der Serie mit/um die Hausangestellten eigentlich lieber. Trotzdem gibt es natürlich auch bei den Aristokraten sympathische Charakter – Violet und Isobel (Matthews Mutter) etwa. Oder auch Edith, die mir mit ihren ganzen Problemen und Pech auch wieder leid tut. Aber kommen wir endlich zu meinen liebsten Charakteren: Sybil und Branson, dessen irischer Akzent mir natürlich wieder sehr gefällt. Aber besonders mag ich das Interesse der beiden an Gleichstellung und Gleichberechtigung von Bediensteten und Adel ebenso wie von Mann und Frau, was sie auch verbindet. Sybils Interesse an Frauenbewegung und Emanzipation wird schon in der ersten Staffel deutlich, in der zweiten noch mehr, was man auch unter anderem daran sieht, wie sie Gwen, ein Hausmädchen, unterstützt.
Generell finde ich es ist die perfekt Winter- bzw. Schlecht-Wetter-Serie, die man mit einer Tasse Tee wunderbar genießen kann.

Als Zusatz habe ich noch eine sehr kurze, eher Spielfilmanmutende Serie…
Lost in Austen
Meine Mutter hat mir (während ich mit einer Freundin ein Referat zum Thema “Stolz und Vorurteil” gemacht habe) recht viel Jane Austen bezogenes Material bestellt und so bin ich auch zu dieser Serie gekommen. Seit dem habe ich sie wohl 3 Mal gesehen und mag sie sehr für zwischendurch. Die Serie besteht aus vier Folgen zu je 45 Minuten, zwei Abende oder ein Sonntagnachmittag reichen also vollkommen.
Zur Storyline: Amanda liebt “Stolz und Vorurteil” über alles und sie würde unglaublich gerne in dieser Geschichte leben – sie liebt die Romantik, Lizzy und Darcy, einfach alles. Tatsächlich taucht eines Tages Elizabeth in Amandas Badezimmer auf und so gelangt sie nach einigem Zögern in die Welt der Bennets und steigt am Anfang des Buches in die Geschichte ein – nur das Lizzy eben nicht da ist. Sie lernt Jane, Bingley und natürlich Darcy kennen und die Geschichte verläuft mit Irrung und Wirrungen – und Jane Austen scheint einiges zwischen den Zeilen geschrieben zu haben.
Es ereignen sich sehr amüsante Situationen, natürlich auch romantisch – wie Stolz und Voruteil ist es mir dann teilweise auch zu romantisch bzw. überdramatisch. Es ist aber trotzdem ein anderer Blick auf Stolz und Vorurteil und bringt neue Geschichten und interessante Wendungen. So ist der Charakter von Catherine de Bourgh sehr interessant, die Geschichten mit Mr Collins sind sehr teilweise lustig und wie im Buch teils dramatisch. Catherine ist im Übrigen gar nicht so intrigant. Ebenso Wickham, der durch die Serie einfach als missverstanden dargestellt wird. Und im Endeffekt ziehe ich ihn Darcy vor – dabei muss ich aber sagen, dass ich Darcy auch im Buch nicht so mag, wobei sein Verhalten sicher auch an der Zeit liegt. Bingley hingegen mag ich sehr – und ich muss sagen, erinnert mich unfassbar an Schiller. Also Friedrich Schiller, auch vom Aussehen und eben von seinem Verhalten. Seine Beziehung zu Jane ist mir auch im Buch die liebere. Zu seiner Schwester gibt es natürlich auch eine Geschichte und wie viele Theorien/Ideen sagt mir auch diese sehr zu. Wobei ich sagen muss, ich mag Elizabeth sehr gerne (in Buch wie Serie), ist sie doch fast schon eine Feministin/Suffragette. Klar, sie entscheidet sich am Ende des Romans für Darcy, aber trotzdem ist sie schon im Buch so unabhängig und eigenständig. In der Serie wird das noch mehr – sie entscheidet sich ja auch zu Beginn, eine Zeit im modernen London zu verbringen. Amanda hingegen ist mir teilweise zu unterwürfig gegenüber Darcy ob der Tatsache, dass sie sehr zu ihm hingezogen ist. Sonst finde ich sie sehr realistisch und auch sympathisch, ihre Reaktionen und Handlungen – sie liebt das Buch und will, dass alles so passiert, gleichzeitig, will sie aber auch in dieser Welt sein. Generell mag ich die Verbindung von altem und neuem England, das ist sehr interessant und Zeitreisen geben einfach allem einen wunderbaren Touch. Gerade bei historischen Filmen und Serien liebe ich britische Akzente und die Betonung sowie Sprechweise. Dadurch, dass die Serie ja im frühen neunzehnten Jahrhundert angesiedelt ist, ist natürlich auch die Mode ganz anders und ich finde diese Hütchen und Kleider ganz entzückend, ebenso wie die Frisuren. Auch das Intro bzw. die musikalische Untermalung sind einfach wunderbar. Meine Lieblingscharaktere sind – neben Wickham – dieselben wie im Buch: Mr und Mrs Bennet. Sie ist so wunderbar hysterisch und er das passende sarkastische Gegenstück. Mit ihm fühle ich mich sehr verbunden, er ist nicht so für Gesellschaft und das Glück seiner Töchter ist wichtiger als die Ehe – von Hugh Bonneville, den ich ohnehin sehr mag, auch wundervoll umgesetzt.
Generell lässt sich sagen, ich mag die Charaktere und deren Ausarbeitung und Veränderung sehr gerne – die Hintergründe und die Idee sind einfach fabelhaft und auch wenn natürlich alles sehr romantisch ist, die Enden sehr perfekt und davor Dramatik bis zum geht nicht mehr, ist mir de Serie einfach sehr ans Herz gewachsen (wobei ich ja mit Wickham abgehauen wäre).

Wie beim letzten Mal interessieren mich natürlich auch heute wieder eure liebsten Serien bzw. ob ihr welche der oben genannten schaut.

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6 thoughts on “Meine liebsten Serien | Part zwei

  1. Wie du weißt schaue ich auch sehr gerne Downton Abbey, ansonsten sind meine Serien wirklich sehr gemischt und die Liste würde seeeehr lang! :) Toll, dass du dir die Zeit nimmst um deine Serien so ausführlich vorzustellen! :)

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    • Ja, weiß ich. :D Meine Serien sind ja auch so ein Mischmasch – von Krimi, Mystery bis zum Kostümdrama.
      Danke dir, freut mich, dass es dir gefällt. :)

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