Feth: Erdbeerpflücker, Mädchenmaler, Scherbensammler

Drei Bücher habe ich für euch. Da ich diese drei Jugendthriller recht schnell hintereinander gelesen habe und sie doch auch irgendwie zusammen gehören, dachte ich, ich kann sie auch gemeinsam rezensieren.
In allen drei Thrillern (Jugendthrillern) ermittelt Jette und gerät dabei selbst in Schwierigkeiten. Außerdem liest man aus der Sicht von Merle, ihrer Mitbewohnerin, dem Täter. Auch die Sicht von Jettes Mutter, der Krimiautorin Imke Thalheim, und die von Kommissar Bert Melzig ist zu lesen. Monika Feth schreibt recht ausführlich, aber so kann man sich auch ziemlich gut in die Person hineinversetzen. Für mich sind die Bücher allerdings nicht spannend genug, trotzdem eine angenehme Lektüre.

Der Erdbeerpflücker
Jette lebt mit ihren Freundinnen Merle und Caro in einer WG. Eines Tages wird Caro tot aufgefunden. Sie ist das vierte Opfer einer Mordserie an jungen Mädchen/Frauen, die vergewaltigt, mit abgeschnittenen Haaren und ohne Halskette (die sie vorher getragen haben) aufgefunden. Jette schwört auf der Trauerfeier Rache und davon bekommt der Mörder Wind. Erst sie beobachtet er sie nur, doch als wieder und wieder sie aufeinander treffen verlieben sie sich, womit Jette sich in riesige Gefahr bringt.

Da man auch die Sicht des Mörders liest, weiß man von Anfang an, wer er ist. Bei mir steigert das die Spannung nicht unbedingt, allerdings ist es sehr interessant, seine Sicht, Hintergründe und Motive zu erfahren. Feth beschreibt die Umgebung so unglaublich gut, dass man denkt, es ist wirklich Sommer und man riecht die Erdbeeren. Außerdem fesselt das Buch – nicht wegen des Inhalts, sondern wegen des Schreibstils. Die Story ist – auf Grund des Klappentextes – sehr vorhersehbar. Trotzdem sind ein paar Elemente eingebaut, die das ganze unerwarteter machen. Was ich erschreckend fande, ist wie sympathisch mir Georg, der Mörder, zum Teil war, da hat Monika Feth ganze Arbeit geleistet.

Der Mädchenmaler
Nach Caros Tod zieht Mike bei Jette und Merle ein. Mit ihm lernen sie seine Freundin Ilka kennen. Doch bevor die Mädchen noch warm miteinander werden könne, verschwindet Ilka. Sie wird von ihrem Bruder, mit dem sie früher eine Beziehung hatte, die er wieder erzwingen will, gefangen gehalten. Auf der Suche nach ihr kommen Jette, Merle und Mike hinter mehr und mehr erschreckende Details aus Ilkas Kindheit.

Auch hier: Spannung war eher mäßig. dafür war der Gruselfaktor größer. Denn man hatte doch Angst vor dem – eindeutig psychisch gestörten – Bruder. Außerdem ist Inzest wirklich kein angenehmes Thema, ich konnte mich furchtbar darüber aufregen. Auch wenn Ruben (wieso musste er Ruben heißen? Ich mochte den Namen doch immer so…) niemanden tötet, finde ich ihn viel schlimmer als den Mörder aus ‘Der Erdbeerpflücker’. Seine Schwester zur Inzucht zu treiben – argh. Auch wenn Ilka manchmal unsympathisch ist – jeder findet sie wunderschön und verliebt sich quasi sofort in sie – fühlt man doch mit ihr. Es ist wieder gut und ausführlich geschrieben – Umgebung wie Gedanken -, so dass ich es trotz Abneigung gegen das Thema nicht weglegen konnte. Ich empfehle es dennoch nicht – die Thematik war mir zuwider. Auch mochte ich die (neuen) Charaktere nicht so.

Der Scherbensammler
Jette findet im Garten ihrer Mutter Mina, ein verstörtes Mädchen, das, wie sich herausstellt, eine multiple Persönlichkeit hat. Ohne dieses Wissen, nehmen Merle und Jette Mina bei sich auf und wundern sich über ihre Stimmungen und gegensätzlichen Charakterzüge. Mina fand sich neben ihrem toten Vater wieder und ist fest davon überzeugt, ihn getötet zu haben, denn sie kann sich nicht mehr an den Nachmittag erinnern. Gemeinsam mit ihrem Psychologen (dem Freund von Jettes Mutter) versucht sie dem auf den Grund zu gehen und die verantwortliche Persönlichkeit ausfindig zu machen. Während Jette und Merle Mina nur helfen wollten, müssen sie immer wieder feststellen, wie wenig sie das Mädchen kennen und wie unberechenbar die Persönlichkeiten sein können.

Spannend? Auf jeden Fall. Ich hatte zum Teil während dem Lesen wirklich Angst, dass ich mich umdrehe und hinter mir steht Mina (oder eine ihrer Persönlichkeiten). Wegen dem Buch habe ich mich sehr viel mit einem Thema, das mich wirklich sehr interessiert, beschäftigt – gespaltene Persönlichkeiten. Das gruselt mich zwar, aber ich finde es auch unglaublich spannend, auch wenn ich es als unrealistisch empfinde, dass die einzelnen Persönlichkeiten Minas Aussehen beeinflussen. Auch dadurch, dass man nie wirklich weiß, wer der Mörder ist, gefällt mir das Buch besser als die anderen. Die Personen sind irgendwie – intensiver und besonders Cleo (eine von Minas Persönlichkeiten) mochte ich sehr. Die Thematik reicht auch bis hin zu Sekten, nicht ganz so interessant für mich, aber erhöht allemal den Gruselfaktor. Monika Feth zeigt ein breites Hintergrundwissen, das das Buch eindeutig stärkt. Aber auch hier nimmt einen der Stil wieder mit und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Jette und ich werden wohl keine Freunde, dafür ist sie mir zu sehr damit beschäftigt, sich irgendwo einzumischen. Dafür mag ich Merle mit ihrem Engagement für den Tierschutz sehr und auch Bert Melzig, den Kommissar, da er doch ziemlich direkt ist und auf mich wirkt, wie ein Schwabe, weiß nicht wieso, aber er ist eben sympathisch.
Ich hatte an allen drei Büchern Gefallen, auch wenn ich ‘Den Scherbensammler’ der Thematik und der Spannung wegen am meisten empfehle. Der Schreibstil von Monika Feth ist toll, man fühlt sich wirklich, als wäre man im Buch. Spannung ist zwar da, aber leider nicht so groß wie erwartet. Wenn ihr mir also einen spannenden, gruseligen (gerne Psycho, ich mag kein Splatter) Thriller empfehlen könnt – immer her damit!
Liebe Grüße
Kathi ♥

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2 thoughts on “Feth: Erdbeerpflücker, Mädchenmaler, Scherbensammler

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