Gelesenes aus den Ferien

In den Weihnachtsferien habe ich meine Nase quasi andauernd in Bücher gesteckt, die einzige Unterbrechung war Essen und schlafen – vor allem im neuen Jahr habe ich seeehr viel gelesen.

Fangen wir aber mit dem Buch an, was ich schon vor den Ferien gelesen hatte…
Warrior Cats Lange Schatten – Hunter
(um nicht zu spoilern hier keine Zusammenfassung)

Ja, vermutlich mein vorletzter WaCa-Band, da sich die Geschichten doch irgendwie wiederholen und ich mit den neuen Charakteren nicht warm werde – was schade ist, den die Charaktere der ersten und zweiten Staffel waren mir sehr sympathisch. Gut, man kann nicht alles haben. Vermutlich werden die Charaktere durch das Schreiben so vieler Bücher auch oberflächlicher und weniger ansprechend – zudem haben sich meine Ansprüche an Bücher geändert, wie auch immer, für jüngere würde ich die Warrior Cats Bücher wirklich empfehlen.

Optimum Blutige Rosen – Bicker
Rica kommt, da ihre Mutter einen neuen Job hat, auf eine neue Schule, an der alles irgendwie anders ist. Dennoch lebt sie sich dank schnell geschlossener Freundschaften und ihrer neuen Leidenschaft dem Klettern schnell ein. Bald stellt sie fest, wie anders die Daniel-Nathans-Akademie ist – einige Schüler sind besonders begabt oder übermäßig aggressiv. Und dann findet Rica auch noch die Leiche einer Freundin…

Zu Weihnachten bekommen und gleich verschlungen – den ersten Teil der Optimum Triologie. Allein der Kauf des zweiten Bandes zeigt wohl meine Meinung zu dem Buch. Wenn Bücher in Deutschland spielen, liegen sie mir meist näher, auch wenn ich noch nicht an den Orten war – vielleicht, weil ich mir die Typen besser vorstellen kann oder die Umgebung aus Dokumentarfilmen kenne. Auch mag ich Bücher deutscher Schriftsteller gerne, da sie nicht durch Übersetzung verkorkst werden, sondern man wirklich das liest, was geschrieben wurde. Und Veronika Bicker schreibt gut, man kann sich in die Personen hineinversetzen, Rica, die Protagonistin, ist wirklich ein normales Mädchen, mit Empfindungen, wie sie jeder kennt. Sie ist nicht das verträumte Mauerblümchen oder die Oberzicke – solche Personen kommen in dem Buch auch eigentlich nicht vor, sondern realistische Personen, mit echten Charakterzügen -, sondern einfach ein eigenwilliges, junges Mädchen. Über das ganze Buch hinweg kommt Spannung auf, die Story ist – trotz ein wenig Übersinnlichkeit – irgendwie realistisch, vortellbar, ebenso wie die Auflösung. Es ist zwar ein Jugendbuch, in dem etwas Romantik vorkommt, aber nicht kitschig, übertrieben, unwahrscheinlich, sondern wie es im echten Leben sein kann. Auch die Freundschaft zu Eliza ist mit den Höhen und Tiefen einfach natürlich. Die Szene, in der die Leiche von Rica gefunden wird, ist wirklich gut beschrieben, auch wenn Ricas abgestumpfte Gefühle nicht ganz natürlich wirken. Für einen Jugendthriller allerdings sehr spannend. Was mir allerdings negativ aufgefallen ist, ist, dass Bicker einige Ausdrücke sehr häufig verwendet (Redewendungen o.Ä.), nun gut, darüber kann ich hinweg sehen.

Optimum Kalte Spuren – Bicker
Zusammen mit einigen Freunden fährt Rica auf einen von einer mysteriösen Stiftung gesponserten Ausflug auf eine Skihütte. Im Tal geht das Gerücht um, ein Psychopath triebe dort oben sein Unwesen und einige Vorfälle während ihres Aufenthalts deuten daraufhin. Aber nicht nur das treibt Rica um, auch die Möglichkeit Robin endlich wirklich näher zu kommen bewegt sie. Dumm nur, dass auf der Hütte seine Exfreundin Ricas Pläne vereitelt. Von Robin enttäuscht nähert sie sich Nathan, dem Jungen von einer anderen Schule, der ihr so ähnlich ist an und verfolgt die Spuren des Psychopathen, wodurch sie sich immer mehr selbst in Gefahr bringt.

Kalte Spuren, der zweite Band der Optimum-Triologie wurde gleich am ersten Januar gelesen. Wieder sehr gut geschrieben, aber wieder einige wiederholte Ausdrücke. Dieselben Personen unter die noch ein paar andere gemischt werden. Eine Skihütte ist für einen Thriller auch die optimale Lokation. Leider hat nicht die Spannung, sondern eher die Erwartung der auf ein Happy End für Ricas und Robins Lovestory die Seiten umgeblättert. Aus der Story hätte man weit mehr machen können, aber die Liebesgeschichte bzw. die Hindernisse durch Robins Ex haben mir sehr gefallen, auch wie es sich am Ende auflöst. Trotzdem musste ich mich ein wenig aufregen, dass Rica und Robin nicht mal miteinander reden können, auch wenn das Hinauszögern typisch für solche Liebesgeschichten ist. Dadurch kam aber irgendwie die Thriller-Seite des Buches zu kurz. Für mich war die Auflösung zwar recht überraschend und hat auch erklärt, warum der romantische Teil so viel Platz eingenommen hat, aber man hätte es irgendwie gruseliger gestalten können. Auf der anderen Seite wurden aber auch ein paar offene Fragen zur Akademie geklärt und man kommt der Lösung des Ganzen näher.

Dornentöchter – Pennicott
Nach dem Tod ihrer Mutter zieht Saddie mit ihrer Tochter Betty nach Pencubitt in das Haus, in dem schon ihre Mutter und ihre berühmte Großmutter Pearl lebte und umgebracht wurde. Ein Mord, der nie aufklärt wurde und über den Sadie jetzt alles wissen möchte. Dass aus Sorge um Betty, die an einer Essstörung litt, auch ihr Exmann und dessen junge Freundin in das Cottage ihrer Familie kommen, macht Sadie das Leben nicht gerade einfacher.

Hmmm…ich weiß nicht genau, was ich zu dem Buch sagen soll. Ich habe es mal abgebrochen und ewig vor mir hergeschoben, was nicht wirklich dafür spricht. Trotzdem, die Idee gefällt mir auf jeden Fall sehr und auch, dass es aus mehreren Perspektiven, zum Teil aus unterschiedlichen Zeiten geschrieben ist. Die einzelnen Charakter sind auch sehr interessant, allerdings ist das Buch irgendwie ziemlich langweilig. Lediglich die letzten Seiten sind recht spannend, die Auflösung ist trotzdem etwas mager und auch nicht ganz nachvollziehbar. Schön ist das Buch trotzdem, da ich wirklich alle Charakter total mag – die exzentrische Pearl, die Tochter Betty, die ihre Magersucht überwindet und langsam auf dem Weg der Besserung ist, genauso wie Pearls Freundin Birdie, auch wenn sie natürlich zwischendurch in schlechtem Licht steht und auch die dezente Liebesgeschichte ist süß. Wie die mysteriösen Vorfälle schließlich aufgeklärt werden ist auch richtig gut gemacht, aber gefangen hat mich dieses Buch leider nicht.

Liberty Bell – Rosen
Ernesto und seine Freunde finden im Wald ein junges Mädchen, von welchem besonders Ernesto irgendwie angezogen wird. Die beiden freunden sich an und verlieben sich. Dann verrät allerdings einer der Freunde die bisher unbekannte Existenz von Liberty Bell und ihr Leben im Wald und das Mädchen wird aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen – etwa zur selben Zeit geschieht ein blutiger Mord in Old Town, Ernestos Heimatstädtchen, dem weitere folgen und die irgendwie mit Liberty Bells Auftauchen zusammenhängen zu scheinen.

Cover und Titel haben mich sehr angesprochen und der Klappentext lies mich auch einen Thriller mit etwas Romantik schließen. Perfekt! – dachte ich. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen. Aber dieses Buch war alles andere als perfekt. Die Charaktere waren wirklich sehr flach, ich weiß bei den meisten nicht mal, welche Haarfarbe sie haben, nur, dass äußerst lange/komplizierte Namen offenbar ein Faible der Autorin sind. Dass die Jungs-Clique (17-18) zudem wirklich unreif und ‘versaut’ denkt, nervt mich etwas – und ich bin wirklich niemand, den etwas Unanständigkeit stört, aber muss das wirklich (zumindest im ersten Drittel) das einzige Thema sein. Ich habe Freunde, die sind 15-16 (also theoretisch noch unreifer), die reden auch nicht so (und die sprechen sehr offen mit mir). Generell war mir keine der insgesamt 53 Personen – von denen einige für die Handlung völlig unbedeutend waren -, nicht einmal Liberty Bell wirklich sympathisch. Was ganz gut beschrieben wurde, waren Umgebungen, wie der Wald. Trotzdem hat mich Rosens – weiß jemand, wer hinter dem Pseudonym steckt? – Schreibstil nicht mitgerissen, andauernd werden Sätze von Gedankenstrichen (-) unterbrochen, was zum Teil echt nervig ist, besonders spannend fand ich das Buch auch nicht – das Ende war zwar sehr interessant und irgendwie unerwartet, aber keineswegs angsteinflößend. Die zarte Liebe zwischen Ernesto und Liberty Bell, die im Klappentext angepriesen wird, war für mich nicht sehr zart – sie freunden sich an, verlieben sich und schlafen miteinander, obwohl sie sich – in meinen Augen kaum kennen. Dass Liberty Bell sich in Ernesto verliebt, verstehe ich, er ist ja quasi der erste Junge der mit ihr redet, aber warum er sich in sie verliebt ist mir schleierhaft. Ein weiterer Kritikpunkt ist wohl, wie schnell das Mädchen aus dem Wald sich in der modernen Gesellschaft einfindet. Insgesamt muss ich wohl sagen, dass eine richtig gute Idee nicht gut umgesetzt wurde – schade.

Das geheimnisvolle Leben des Nicholas Benedict – Stewart”
Nicholas, späterer Gründer der Geheimen Benedict-Gesellschaft hat auf Grund seiner Narkolepsie und seinem Anders-Sein eine recht schwere Kindheit. Wieder einmal wird er in ein anderes Waisenhaus umgesiedelt, wo er sich bald mit John anfreundet. Dort, auf dem Grundstück, scheint es einen Schatz zu geben, den Nicholas unbedingt finden will – aber nicht nur er setzt alles daran diesen Schatz zu finden, auch der Direktor des Waisenhauses scheint sehr interessiert daran…

Auch an diesem Buch habe ich lange gelesen – weggelegt, wieder angefangen…es war mir ein wenig zu sehr (merkwürdige Formulierung) in die Länge gezogen, aber ab der Mitte etwa wurde es besser. T.L. Steward schreibt wirklich sehr gut. Man merkt, dans er sich mit kreativem Schreiben auskennt – er nutzt gute Ausdrücke, dreht Sätze sinnvoll, verwendet mal Partizip anstatt eines Nebensatzes, also wirklich ein schöner Stil. Auch gefällt mir Nicholas Veränderung mit der Zeit und die anderen Charaktere, die auch in gewisser Weise alltäglich (oder zumindest normal) sind, was ich einfach gut finde. Auch wenn die handelnden Personen jünger sind als ich, kann ich mich irgendwie hineinversetzten, was aber auch an genauen Beschreibungen von Personen und Orten liegen mag. Die Auflösung der Schatzes schließlich gefällt mir sehr, da sie auch irgendwie motivierend ist. Eine angenehme Vorgeschichte zur Geheimen Benedict-Gesellschaft, würde ich sagen.

Das nächste Warrior Cats Buch (letzter Band Staffel Drei) wird hier nicht mehr besprochen, also dauert es wahrscheinlich, bis ich das nächste Mal über ein Buch schreibe – wie gesagt, es werden nur noch Einzel-Rezensionen kommen und nach dem WaCa Buch lese ich einen 800-Seiten-Stephen-King-Thriller…

Da ich jetzt genug von ‘friedlich-tragischen’ Liebesgeschichten habe, werde ich wohl – mit wenigen Ausnahmen – nur noch Thriller lesen. Zum einen, weil ich mich dieses psychisch-kaputte irgendwie interessiert (etwas seltsam, das Menschen so etwas mögen, oder?) und mir die allermeisten Jugendbücher zu vorhersehbar und gleich enden.
Welche Bücher empfehlt ihr? Was habt ihr zuletzt gelesen oder lest ihr gerade?
Liebe Grüße
Kathi <3

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